Bei den Deutschen Meisterschaften, die am vergangenen Wochenende im Rahmen der Finals zum fünften Mal als Multisportevent ausgetragen wurden, stand Dresden ganz im Zeichen des Spitzensports. In über zwanzig Sportarten wurden die nationalen Titelträger gekürt, darunter auch in der Leichtathletik, die im frisch modernisierten Heinz-Steyer-Stadion stattfand. Vor ausverkauften Rängen sorgte die beeindruckende Kulisse für eine mitreißende Atmosphäre, die Athletinnen und Athleten zu Höchstleistungen beflügelte. Auch die Sportlerinnen und Sportler der LG Region Karlsruhe zeigten starke Auftritte und konnten mit mehreren Top-8-Platzierungen überzeugen.

Dreimal Platz sechs

Ein volles Meisterschaftsprogramm bei den „Großen“ erlebte Celine Böer. Am Samstag ging es über die 100 m in den Startblock. In 11,72 Sekunden erzielte Celine ihre drittbeste Leistung und machte klar, dass sie fit und bereit für ihre Paradestrecke, die 200 m, am Sonntag ist.

Im 200 m Halbfinale war das Ziel klar: Ein Platz unter den ersten Zwei des Halbfinallaufes oder eine sehr schnelle Zeit dahinter werden für den Einzug ins Finale benötigt. Celine entschied sich, ihr Herz in die Hand zu nehmen und rannte in neuer persönlicher Bestzeit von 23,52 Sekunden über die Ziellinie. Platz drei in ihrem Halbfinale und das kleine q – die Teilnahme am Finale war geschafft! Voller Freude über den Finaleinzug konnte Celine das anstehende Finale in vollen Zügen genießen, schnell sollte es dennoch werden! In 23,61 Sek. erreichte sie als Sechste das Ziel und unterbot gleichzeitig den Dreierschnitt des DLV als Empfehlung zur Aufnahme in den Perspektivkader über 200 m. Ein Wochenende für die junge Sprinterin, das sie und ihr Trainer Philipp Herderich so schnell nicht vergessen werden.

Mit einem großen Q zog Maximilian Köhler ins 400 m Hürden Finale ein. Im zweiten Vorlauf kam er hinter Topfavorit Owe Fischer-Breiholz als Zweiter in 50,81 Sekunden ins Ziel und hatte seinen Finalstartplatz sicher. Von Bahn sieben aus ging er dann das Finale am Sonntag an. Mit einem technisch sauberen Lauf und Platz sechs in 50,57 Sekunden zeigte er sich zusammen mit seinem Trainer Georg Zwirner zufrieden.

Markus Görger präsentierte sich auf nationaler Ebene in einem hochklassigen besetzten Feld über 5.000 Meter in 13:56,54 Minuten in großartiger Verfassung. Im taktisch gelaufenen Finale legte er nach moderaten ersten zwei Kilometern in jeweils 2:47 Min. und recht langsamen Kilometern 3 und 4 (jeweils 2:53 Min.) einen sehr starken letzten Kilometer in 2:36 Min. hin, der vor allem aufgrund der letzten 600 m in 1:28 Min. pfeilschnell war und den Cross-Spezialisten auf einen tollen 6. Platz katapultierte.

Top10-Platzierungen über die Mittelstrecken

Sowohl Adeline Haisch als auch Katja Bäuerle präsentierten sich in ihren Vorläufen über 1.500 Meter am Samstagmittag wach und hochkonzentriert. Adeline gelang im zweiten Vorlauf auf den letzten Metern mit einem fulminantem Endspurt in 4:23,18 Min. Platz fünf und damit der Finaleinzug. Katja Bäuerle setzte sich im ersten Vorlauf mit einer Spitzengruppe etwas früher ab, was ihr in 4:21,58 Minuten mit Rang vier den souveränen Finaleinzug bescherte.

Im Finale am Sonntag wählte Adeline bei einem sehr langsamen Rennverlauf mutig die Spitzenposition, die sie ab der 1000 m sehr lange gegen die Angriffe der Favoritinnen verteidigen konnte, was ihr letztlich einen hervorragenden 8. Platz in 4:29,24 Min. einbrachte. Katja bevorzugte die defensivere Variante im Feld, kam gegen Ende nochmal stark auf und errang in 4:29,34 Minuten den neunten Platz.  

Unser Routinier Christoph Kessler stellte sich trotz Vollzeit-Job auch in Dresden in den Dienst seines Vereins und konnte mit all seiner Erfahrung in 3:49,10 Min. mit Platz 5 im Vorlauf den nicht selbstverständlichen Finaleinzug erreichen. Dort startete er im taktisch gelaufenen Finale 400 m vor Schluss eine vielversprechende Attacke, um eventuell in die Top 8 zu laufen, wurde dabei aber vom ehemaligen Karlsruher Florian Zittel aus dem tritt gebracht. Trotzdem sammelte er ein zweites Mal alle Kräfte und konnte vom 12. Rang noch bis auf Platz 9 in 3:50,36 Min. vorlaufen.

Gleich im ersten Vorlauf der Männer über 800 m stand Johannes Hein an der Startlinie. Bei seiner DM-Premiere setzte er sich nach 300 Metern mutig an die Spitze des Feldes und musste sich zwei seiner Konkurrenten auf der Zielgeraden geschlagen geben. Als Dritter hieß es anschließend abzuwarten, ob die Zeit von 1:51,57 Minuten noch über die Zeitregelung für das Finale reichen könnte. Doch nach dem dritten Vorlauf war klar, dass ihm leider gut zwei Zehntel fehlten, in der Endabrechnung belegte Johannes somit Platz neun. Auf Rang zehn folgte sein Trainingspartner Luis Schaich. Für beide ein gutes Ergebnis. Dies zeigte auch Alex Kessler, der im zweiten Halbfinale an der Reihe war. Als Fünfter überquerte er die Ziellinie in 1:52,96 Minuten, nachdem er die ersten 600 Meter das Feld angeführt hatte. Auch für ihn reichte es damit leider nicht für das Finale und er beendete die DM auf Rang 13. 

Frauensprintstaffel schnell unterwegs

Am Sonntagmittag ging es für Nicole Frey, Marie Streichsbier, Celine Böer und Nele Zwirner über die Stadionrunde in der 4×100 m Staffel an den Start. Unbeeindruckt von der lautstarken Kulisse erzielte das Quartett in 46,18 Sekunden die drittschnellste Zeit der Vereinsgeschichte und landete am Ende auf dem 13. Platz.

Auch die Männerstaffel in der Besetzung Cardoso Neves-Hock-Hildebrand-Ippen waren mit von der Partie. Bis 300 m noch sehr gut unterwegs, gab es beim letzten Wechsel Probleme bei der Übergabe, weshalb das Quartett wertvolle Zeit verschenkte und in 42,31 Sekunden und Platz 19 leider nicht ihr Potenzial (Saisonbestzeit von 41,26 Sek.) in Dresden präsentieren konnte.

Aufregende Erfahrungen für Jugendathleten

Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Karo Schulze mussten sowohl die 4x400m Staffel der WU20 als auch die 3x800m Staffel der WU20 „umgebaut“ werden, die damit – vorwiegend aus U18 Athletinnen bestehend – einen schwierigen Stand hatten.

Die 400m-Hürden Läuferin Olivia Kuran stellte sich vereinsdienlich in den Dienst der Mannschaft und konnte über die ungewohnte 800m-Strecke als Startläuferin einigermaßen Anschluss ans Feld halten und übergab den Stab auf Platz 15. Emma Rohrbach schloss mit einer schnellen 66er-Runde wieder ans Feld auf und konnte bis auf Platz 12 vorlaufen und auf Amélie Blatz übergeben, die ebenfalls ein gutes Rennen lieferte und die junge LGR Ersatz-Staffel letztlich in 7:13,91 Minuten auf Platz 11 brachte. Damit war die Staffel trotz Krankheitsausfall von Karo mehr als 10 Sekunden schneller als bei der Normerzielung und macht Hoffnung für die Zukunft.  Die 4x 400 m Staffel der WU20 kam mit Olivia, Felizitas Ansorge, Amélie und Elianne Melber mit einer Zeit von 4:06,40 Minuten auf Platz 17

Gleich zwei Staffeln der LGR gingen in der männlichen Jugend über 3x 1000 m an den Start. Vor beeindruckender Kulisse sammelten die jungen Athleten wertvolle Eindrücke und Erfahrungen für die Zukunft. Im ersten Zeitendlauf brachte Tim Schulz die Staffel LGR 2 mit einem taktisch sehr klugen Rennen auf Bestzeitkurs. Nachdem er sich zu Beginn zurückgehalten hatte und im Schlussspurt noch auf Position fünf lag, konnte er den Stab als Erster an Linus Schaller übergeben. Seinen letzten Auftritt im roten Trikot ging Linus, bevor er im August fürs Studium in die USA geht, hochmotiviert an. Dem schnellen Angangstempo musste er auf der letzten Runde etwas Tribut zollen, ehe er Schlussläufer Moritz Götten ins Rennen schickte. Moritz hatte sich im Urlaub für die Staffel fit gehalten und lieferte ein gutes Rennen ab. Mit 8:04,96 Minuten war das Trio nochmal zehn Sekunden schneller als beim Qualirennen zu Beginn des Jahres und kam im Gesamtklassement auf Rang 15. 

Im zweiten, schnelleren Zeitlauf starteten Valentin Irrek, Anton Meier und Yannis Wagner für die Staffel LGR 1. Auch sie konnten sich im Vergleich zum Frühjahr verbessern und liefen mit 7:57,90 Minuten in die Top10 in Deutschland. Als Startläufer übergab Valentin den Staffelstab nach 2:41 Minuten auf Anton. Komplett im Gegenwind und alleine auf der Gegengerade lief er sehr mutige 1.000 Meter und konnte Yannis nach der exakt gleichen Zwischenzeit wie bei der vorherigen Staffel (5:21 Min.) auf die abschließenden zweieinhalb Runden schicken. Yannis zeigte ein starkes Rennen im Dresdner Stadion und brachte die Staffel klar auf Sub 8 Minuten Kurs. 

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