Ein wahres Erfolgswochenende erlebten die Athletinnen und Athleten der LG Region Karlsruhe bei den Deutschen Meisterschaften der U23 und U16 in Ulm. Innerhalb weniger Stunden durften sie am Sonntagnachmittag gleich vier Medaillen feiern – ein eindrucksvoller Beleg für die starke Form. Damit krönten sie ein äußerst erfolgreiches Meisterschaftswochenende mit weiteren Topleistungen.

Mit neuer Bestzeit zur Vizemeisterschaft

Seit Wochen in Topform konnte Celine Böer selbstbewusst zu den Deutschen U23 Meisterschaften nach Ulm reisen. Bereits im 100 m Halbfinale trommelte sie starke 11,68 Sekunden auf die Bahn, gleichbedeutend mit der 8. schnellsten Zeit aller Halbfinals und neuer persönlicher Bestleistung. Im B-Finale ließ sich die junge Sprinterin etwas von der Konkurrenz im Startprozedere irritieren, weshalb sie nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen konnte und in 11,84 Sekunden am Ende auf Platz 14 unter den eigenen Erwartungen blieb.

Am nächsten Tag ging es für Celine über ihre Paradestrecke, die 200 m an den Start. Nach einem nahezu perfekten Lauf schlug sie die Hände vors Gesicht, als sie die Zeit auf der Anzeigetafel sehen konnte: 23,37 Sekunden, das große Q und die U23-EM-Norm für Bergen. Es hätte alles so schön sein können, wäre der Wind in 2,1 m/s nicht minimal zu stark gewesen. Somit bleiben weder die Norm, noch eine persönliche Bestzeit. Dennoch qualifizierte sich Celine über alle Halbfinals als Zweite für das A-Finale. Dort zeigte sie erneut Kämpferqualitäten und holte sich mit einem starken Finish in 23,55 Sekunden die Silbermedaille und die erhoffte persönliche Bestzeit, mit der sie aktuell in Europa in der U23 auf dem 37. Platz liegt. Ein tolles Ergebnis, mit dem die Athletin von Philipp Herderich auch die geforderte NK1-Norm des DLV unterbieten konnte.

Den Abschluss bildeten die 4x100m Staffeln, in der sich Felizitas Ansorge, Marie Streichsbier, Celine Böer und Nele Zwirner der U23-Konkurrenz stellten. In 46,91 Sekunden brachte das Quartett das Staffelholz in Saisonbestzeit um die Stadionrunde und belegte einen tollen 6. Platz.

Foto: Martin Anstett

Zwei Medaillen über 800 Meter

Mit zwei sehr selbstbewussten Läufen über 800 Meter belohnte sich Helena Schenk mit der Silbermedaille. Obwohl die Saison bisher alles andere als optimal verlief, ging die Studentin der Hochschule für Gestaltung (HfG) sehr engagiert und aktiv in ihren Vorlauf über die zwei Stadionrunden. Mit der viertbesten Meldezeit angereist und als eine der Favoritinnen kontrollierte Helena den dritten Vorlauf, den sie in 2:10,89 Minuten gewann. Im Finale einen Tage später sortierte sie sich nach der Startphase im Mittelfeld ein – nach einer ähnlich schnellen ersten Runde von ca. 64 Sekunden wie im Vorlauf nahm die 20-Jährige nach etwa 500 Metern das Heft des Handels in die Hand und eröffnete den Kampf um die Medaillen. Schon eingangs der Zielgeraden war sicher, dass die ehemalige Athletin der TSG Bruchsal ihre nunmehr fünfte Medaille bei Deutschen Meisterschaften gewinnen würde. Silber mit 2:10,66 Minuten.

Ähnlich wie bei Helena Schenk über die zwei Stadionrunden war auch bei Tim Anstett eingangs der Zielgerade die anvisierte Medaille sicher. Gemeinsam mit ihrem Trainer Christoph Thürkow konnten sie somit gleich zwei Medaillen innerhalb kürzester Zeit feiern.
Am Tag zuvor hatte der USA-Student souverän das große Q als Vorlaufsieger in 1:55,23 Minuten erreicht. Ein relativ entspanntes Rennen für ihn mit einer ersten Runde von ca. 60 Sekunden. Im Finale wurde es dann deutlich schneller und hier war es der LGR-Athlet, der ab ca. 500 Meter aufs Tempo drückte. 200 Meter vor Ziel hatte Tim bereits einen Lücke zu seinen Konkurrenten gerissen, die nur zwei Hessen noch schließen konnten – Bronze für den Athleten des TuS Neureut in 1:50,09 Minuten und die zweite DM-Medaille für Tim. Seine erste hatte er in der U18 ebenfalls im Ulmer Donaustation gewonnen.

Foto: Martin Anstett
Foto: Martin Anstett

Bronze mit zweitbester Karrierezeit

Maximilian Köhler sicherte sich im Finale über 400m Hürden mit 50,76 Sekunden die Bronzemedaille mit der zweitbesten Zeit seiner bisherigen Karriere. Bereits im Vorlauf überzeugte er mit einem souveränen und sicheren Sieg, der ihm den direkten Finaleinzug ermöglichte. Dort erschwerte der böige Wind eine noch schnellere Zeit. Für die bevorstehende U23-Europameisterschaft, zu der er bereits nominiert wurde, setzt er sich das Halbfinale als klares Ziel. Zeitmäßig soll es dann l die Leistung im tiefen 50er-Bereich stabilisiert werden – ein realistischer und ambitionierter Schritt auf seinem weiteren Weg.

Im Kugelstoßen der Junioren erzielte Enrico da Cruz gleich im ersten Versuch mit einer Weite von 15,97 Metern eine neue persönliche Bestleistung. Nach einem ungültigen Versuch, ließ er noch gute 15,87 m folgen. Nach dem Endkampf belegte Enrico damit einen sehr guten achten Platz. Marie Sophie Streichsbier kam über 100m Hürden in 14,99 Sekunden ins Ziel. Eine neue Saisonbestzeit verbuchte Nele Zwirner über die gleiche Strecke mit 14,18 Sekunden. Nur um einen Platz verpasste sie damit das B-Finale.

Läufe unter schwierigen Vorzeichen

Der ehemalige Freiburger Simon Arnold hat gute Erinnerungen an Ulm. 2022 gewann er hinter Tim Anstett die Bronzemedaille über 800 Meter. Dieses Mal ging er über 1.500 Meter an den Start. Nach Verletzungssorgen im Vorjahr steigerte er seine Bestzeit beim Meeting Mitte Mai in Pfungstadt auf 3:53,33 Minuten. Mit dieser Leistung wäre auch das Finale in Ulm dieses Jahr möglich gewesen. Allerdings erwischte Simon keinen guten Tag – das Aus im Vorlauf.

Leider waren bei der Anreise am Freitag einige Athleten unverschuldet in einen Auffahrunfall verwickelt, mussten auf Polizei, Abschleppdienst, Mietwagenservice usw. warten und erreichten dementsprechend vorbelastet und verspätet Ulm. An Nadja Moll ging der Unfall nicht spurlos vorüber. Sie stellte sich trotzdem dem 400 m Vorlauf, den sie in 57,38 Sekunden letztlich auf Platz 18 abschloss. Der anschließende Arztbesuch lieferte die Begründung für das eher unbefriedigende Ergebnis – Schleudertrauma. Gute Besserung! Auch Benedict Noon steckte der Unfall in den Gliedern: Zwar belegte er in 15:20,55 Minuten über 5000 m einen guten 12. Platz, klagte aber über Rückenschmerzen und schien ebenfalls gezeichnet vom Crash.  Über 3000 m Hindernis am Folgetag konnte Richard Planck der großen Hitze einigermaßen trotzen und lief in 9:39,83 Minuten recht nah an seine Bestleistung heran und holte einen 10. Platz in der MU23 nach Karlsruhe. 

U16-Athleten mit starken ersten DM-Ergebnissen

Malina Dziacko lief bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften auf Platz 11 in Deutschland  in der Altersklasse WJU16. Mit ihrer Zeit von 2:21,59 Minuten blieb die junge Athletin aus Ettlingen nur wenige Hundertstel über ihrer Bestleistung und konnte ihr Leistungsvermögen genau zum Saisonhöhepunkt abrufen. Dank der hervorragenden Vorbereitung durch ihre Trainer Pia Gerstner, Sofia Gausmann und Jannik Arbogast in den verschiedenen Trainingsgruppen startete sie gut gerüstet in die Meisterschaft und konnte zahlreiche prägende Erfahrungen mitnehmen, die ihr in der Zukunft hoffentlich helfen ihr starkes Potenzial und Talent auf den Laufstrecken zu zeigen.

Bei seiner ersten DM-Teilnahme blieb Tobias Otto hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Bei harter Konkurrenz belegte er mit 41,73 Metern den 14. Platz und konnte wichtige Erfahrungen sammeln, wie es bei „ganz großen“ Wettkämpfen zugeht. Die Aufregung hat ihm wohl zu schaffen gemacht, aber die Stimmung unter den Athleten war stets sportlich, diese Erfahrung nimmt er auf jeden Fall mit nach Hause. 

Die 4x 100m Staffel der WJU16 mit Livia Zaschke Zetterström, Hannah Link, Laura Bölcskei und Nea Elmer wurde aufgrund eines Wechselfehlers leider disqualifiziert.

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