Am letzten Juniwochenende fanden in St. Wendel, im Saarland, die Süddeutschen Meisterschaften der Aktiven und U18-Athleten statt. Ein großes LGR-Team war vertreten und zeigte bei sehr sommerlichen Bedingungen Topleistungen. So konnten die Athleten mehrere Medaillen gewinnen, DM-Normen unterbieten und neue persönliche Bestleistungen aufstellen.

Philipp mit schneller neuer PB

Bereits früh am Wettkampftag landeten die ersten Springer in der Sandgrube, darunter auch Julian Jake Bowe, eigentlich Kurzsprinter und Steffen Klinder. Dass Jake auch ein guter Weitspringer ist, hatte er bereits im vergangenen Jahr (ohne Training) bei den Badischen Meisterschaften mit der Goldmedaille und einen Satz an die 7 m unter Beweis gestellt. Dieses Jahr sollte es unter der Betreuung von Coach Julian Howard über die 7 m Marke gehen. Im dritten Durchgang war der Jubel dann groß: 7,17 m und in der Endabrechnung der Bronzerang für den überglücklichen LGR-Athleten. Auch Steffen Klinder präsentierte mit 6,60 m Sprünge nahe der Saisonbestweite und erreichte den 7. Platz.

Nach dem Vorlauf über die 100 m konnte Philipp Ippen seinen Augen nicht trauen. In der Ergebnisliste tauchte hinter seinem Namen eine sehr schnelle Zeit auf – 10,68 Sekunden, neue persönliche Bestleistung und sogar die B-Norm für die Deutschen Meisterschaften. Mit dem Schwung der neuen Bestzeit ging es für Philipp in den Zwischenlauf, wo er mit erneut starken 10,84 Sek. in einer Hundertstelentscheidung leider knapp das Finale verpasste. Von muskulären Problemen geplagt, verzichtete Marvin Hock  (11,08 Sek.) zugunsten der Staffel auf den Zwischenlauf. Julian Jake zeigte in 11,25 Sek. ein solides Rennen, etwas unzufrieden war hingegen Joao Cardoso Neves mit seinen 11,54 Sekunden.

Tobias Kaloghlian ging über die 110 m Hürden an den Start. Ausgebremst von leichten Schmerzen im Bauchmuskelbereich reichte es dieses Mal (15,04 Sek.) leider nicht für eine 14er-Zeit, jedoch für einen guten 5. Platz.

Vizetitel und A-Norm für Staffel

Spät am Abend ging es für die schnellen Sprinter der LGR nochmals auf die Rundbahn über die 4x100m. Dabei lieferten die Männer allesamt gute Wechsel ab und erreichten nach 41,26 Sekunden das Ziel. Nach einer Disqualifikation eines anderen Staffelteams bedeutet die Zeit für das Quartett um Philipp, Marvin, Elias und Julian Jake die Silbermedaille und die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. 

Über 200 Meter ging Philipp am Folgetag an den Start, wo er in 22,33 Sekunden eine solide Zeit präsentierte. Über die Stadionrunde ging es derweil für Johannes Hein, Raphael Dern und Joao. In einem engen Zielsprint musste sich Johannes im zweiten Zeitlauf nur um drei Tausendstelsekunden geschlagen geben und kam in der Endabrechnung mit 49,25 Sekunden auf den sehr guten siebten Platz. Damit verbesserte er sich im Vergleich zur Vorsaison um 1,5 Sekunden und zeigt, dass sogar eine 48er Zeit im Bereich des Möglichen liegt. Entsprechend motiviert geht er nun in die nächsten Rennen. Nach identischer 200 m-Durchgangszeit konnte Raphael auf der Zielgerade das Tempo hochhalten und kam in guten 51,13 Sek. über die Ziellinie. In seinem Sog reichte es bei Joao in 52,64 Sek. für ein zufriedenstellendes Ergebnis. 

Nach dem erfolgreichen Staffeleinsatz am Vortag ging Elias Hildebrand im Weitsprung der männlichen Jugend U18 als klarer Medaillen und auch Titelkandidat an den Start. Leider erwischte Elias hier keinen guten Tag. Nach einem ersten durchgelaufenen Versuch, folgten 2 ungültige, wenn auch teilweise gute Versuche, und damit aber direkt das Aus nach drei Versuchen. Nun geht der Blick direkt nach Bochum, hier hat Elias die Chance bei den Deutschen Meisterschaften zu zeigen, was eigentlich von ihm zu erwarten ist.

Drei Hürdensprinterinnen im B-Finale

Gleich vier Sprinterinnen gingen über die 100 m an den Start. Dabei erzielte Pia Ringhoffer bei ihrem Saisoneinstieg 12,41 Sekunden und qualifizierte sich ebenfalls wie Nicole Frey in neuer Bestzeit von 12,44 Sek. für den Zwischenlauf, den sie in 12,53 Sek. bzw. 12,49 Sek. absolvierten. Unter ihren Möglichkeiten blieben an diesem Tag Louisa Breuer (12,78 Sek.) und Felizitas Ansorge (13,15 Sek.).

Für Nicole war es zudem ein ständiger Wechsel mit ihrer Paradedisziplin, den 100m Hürden. Mit toller Vorstellung im Vorlauf und knapp über der Bestzeit qualifizierte sie sich in 14,72 Sek. für das B-Finale, in dem sie einen neuen Hausrekord in 14,67 Sekunden aufstellen konnte. In 14,32 Sek. und 15,02 Sek. qualifizierten sich auch Nele Zwirner und Marie-Sophie Streichsbier für das B-Finale, das Nele mit neuer Saisonbestzeit von 14,21 Sekunden für sich entscheiden konnte. 

Über 400m sollte es am Folgetag besser für Louisa laufen. In 58,34 Sekunden und tollem Finish lief sie als Zweite ihres Laufs nah an ihre persönliche Bestleistung heran. Als eine der jüngsten Athletinnen im Frauenfeld an den Start ging U20-Weitspringerin Felizitas und sprang 5,20 m.

Auch das Quartett um Nicole, Felizitas, Louisa und Pia stellte sich der starken Staffelkonkurrenz. Leider wurde ein Wechsel überlaufen, sodass die Staffel leider disqualifiziert wurde. Da die Staffel dennoch ins Ziel gelaufen ist, konnte man zumindest erahnen, dass es eine Zeit im Bereich der Saisonbestzeit gewesen wäre.

Lilly überzeugt über 200 Meter

Ein randvolles Programm absolvierte U18-Athletin Lilly Wieland. Am ersten Tag sprintete Lilly über die 100 m zunächst 12,37 Sek. im Vorlauf und 12,45 Sek. im Halbfinale. Nach eher verschlafenen Starts in den ersten beiden Runden erwischte Lilly diesen im Finale wesentlich besser und lief in 12,34 Sekunden zu einem sehr guten 7. Platz. Am zweiten Tag startete Lilly über ihre Paradedisziplin, die 200 m. Nach ihrem U18-Kreisrekord eine Woche zuvor, lief Lilly in 24,84 Sekunden erneut zu einer Wahnsinns-Zeit und sicherte sich damit die Bronzemedaille, all das als jüngerer Jahrgang der U18!

Im Hürdensprint der WU18 ging es für Elianne Melber weiter auf die Jagd nach der Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid. Mit 14,72 Sek. kam sie dabei als Siegerin ihres Vorlaufs schon bis auf zwei Hundertstel an ihr Ziel heran. Entsprechend sollte die Norm im folgenden Zwischenlauf fallen. Bis zur letzten Hürde war Elianne auf Kurs DM-Norm, touchierte diese jedoch leicht, was sie leider aus dem Tritt brachte und sie nur strauchelnd die Ziellinie in 14,89 Sek. überqueren konnte. Es bleibt dennoch ein toller 6. Platz und das Wissen, dass die Norm bei normalen Rennverlauf im Bereich des Möglichen gewesen wäre.

Über die Langhürdendistanz ging Olivia Kuran an den Start. Nach mutigem Angang musste sie auf der Zielgerade etwas Körner lassen und erreichte in 65,89 Sek. das Ziel. Dennoch durfte sie sich als Achte über eine Urkunde bei der Siegerehrung freuen.

Als Baden-Württembergische Meister über 4x100m ging es für Maellys Alferi, Lilly, Olilvia und Elianne auch bei den Süddeutschen Meisterschaften an den Start. Durch eher verhaltene Wechsel konnten die Mädels nicht ganz an ihre Zeit aus der Vorwoche anknüpfen und belegten in 48,50 Sekunden den fünften Platz.

Mut wird mit DM-Norm belohnt

Isalie Deusch lief über 800 Meter mit einer 2:24,09 min auf Platz 14 der WU18. Joel Tutzschky lief auf den ersten 500 m ein taktisch gutes Rennen und positionierte sich auf Platz zwei. Im Endspurt konnte er leider nicht um die Medaillenränge mitlaufen und wurde in 1:57,31 Min. Siebter.

Pia Glauner lieferte am letzten Tag des Nominierungszeitraums für die U18 DM ein beherztes Rennen über die 3.000 Meter ab. In einer Gruppe auf Position vier mitlaufend lief Pia die ersten 2 km in 7:08 Minuten. Auf den letzten 600 m wurde das Tempo mit einer 80er-Runde enorm schnell. Pia spurtete 300 m vor dem Ziel auf Position zwei vor und holte mit einer Zeit von 37 Sek. auf den letzten 200 m den Vizemeistertitel bei den Süddeutschen Meisterschaften. Auch die DM Norm unterbot Pia mit 10:30,92 Minuten nach mehreren Versuchen nun deutlich. Was für eine Leistung für die Läuferin, die erst seit einem Jahr strukturiertes Lauftraining absolviert. Ihre Trainingspartnerin Marika Prolingheuer lief auf Platz 9 mit einer Zeit von 11:34,25 min ins Ziel. Ein gutes Resultat für die zweimalige Deutsche Meisterin im Orientierungslauf 2025. Bei ihrem Saisonhöhepunkt erzielte Emilia Gräder eine neue Bestleistung in 11:45,60 Minuten und wurde 13te.

9 Minuten Marke gebrochen

Bei der männlichen Jugend U18 zeigte Yannis Wagner sein bisher stärkstes Rennen in seiner noch jungen Karriere. Nach einer schnellen Anfangsrunde von 69“ verlief das Rennen daraufhin bis zur 2000 m Marke recht konstant, die Durchgangszeit betrug hier etwa 6:00 Minuten. Yannis hielt sich in einer fünfköpfigen Verfolgergruppe auf, die den vorauseilenden Stützpunktathleten Tim Müller jagten. In der Crunchtime des Rennens ergriff Yannis sogar 300 m vor Schluss die Führung und versuchte mit einem langgezogenen Schlussspurt das Rennen für sich zu entscheiden. Jedoch konnten drei weitere Athleten die Tempoverschärfung mit 1:38 Min. auf den letzten 600 m und 32“ auf den letzten 200 m parieren. Am Ende erkämpfte sich Yannis, der erst seit diesem Jahr in der U18 startet und somit zu den Jüngsten zählt, mit einer Wahnsinnszeit von 8:49,43 Min. einen sehr starken vierten Platz. Lasse Körner lief an seinem Saisonhöhepunkt eine Bestzeit mit 9:18,38 Min. und damit auf Gesamtplatz acht. Für den Läufer ein starkes Ergebnis, da er die komplette Vorsaison aufgrund von Fußproblemen nicht trainieren durfte.

Über die 1.500 Meter lief Anton Meier in einem taktischen Rennen stets auf Position 4 bis 6 und verhielt sich klug im Feld. Die Positionskämpfe löste Anton geschickt und war beim Endspurt 300 m vor dem Ziel genau auf der besprochenen Position und Stelle am Feld. Mit einem kraftvollen Schritt bis zur Ziellinie erkämpfte sich Anton mit einer Zeit von 4:12,73 Minuten einen hervorragenden vierten Platz.

Aurina für EYOF nominiert

Dass es sich bei den 1500m der WJU18 um ein taktisches Rennen handelte, zeigte sich bereits auf den ersten beiden Runden, die von Aurina Coletti und dem Rest des Feldes mit 79“ und 83“ gelaufen wurden. Viele Positionskämpfe prägten die ersten 1000 m. Aurina ergriff in der wichtigen Rennphase nach der 1000 m Marke die Initiative und rannte auf Position zwei nach vorne, um im Endspurt mitlaufen zu können. So entging sie einem Sturz und lief in starken 54“ auf den letzten 300 m eine 4:52,60 Minuten. Mit einem sechsten Platz und einem guten Abschluss des ersten Rennblocks geht es für Aurina nun in die wichtige nächste Trainingsphase vor ihrem Saisonhöhepunkt, dem EYOF in Skopje, für das sie jetzt auch offiziell nominiert wurde.

Emma Planck ergriff in einem taktischen Bummelrennen nach 700 m selbst die Initiative und legte damit den Grundstein für eine gute Endzeit von 4:37,38 Minuten und Platz 5. Dass sie in einem sehr taktischen, unrhythmischen Rennen bis auf zwei Sekunden an ihre Bestleistung heran läuft, lässt durchaus noch schnellere Zeiten erwarten.

Die in St. Wendel gezeigten Leistungen können auch gerade deswegen nicht hoch genug eingeschätzt werden, weil die extrem hohen Temperaturen für die Athleten eine in aller Regel leistungsmindernde zusätzliche Herausforderung darstellen. Vor und nach dem Aufwärmen wurden Unmengen an Wasser gereicht und getrunken; es wurde mit Eiswürfeln und Kühlpads gearbeitet – in höchsterfolgreicher Manier, wie die Resultate belegen.

Sechste und siebte Plätze

Im Hochsprung kam Marie mit übersprungenen 1,65 m auf den sechsten Platz und Jule Zwirner überwand im Stabhochsprung 3,20 m. Die gleiche Höhe übersprang auch Maellys Alferi in der WJU18. Samira Wernli kam im Diskuswurf mit 41,47 m auf Rang sieben. Jacques Labroue sprintete über 110 m Hürden 14,96 Sek. und Max Wolff belegte mit 43,32 m Platz sechs im Diskuswurf.

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