Als Probelauf für die World University Games, die am Sonntag zu Ende gingen, fanden bereits vor gut drei Wochen die Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid statt. Im neu renovierten Wattenscheider Stadion waren auch mehrere LGR-Athleten erfolgreich am Start und durften zwei Titel mit nach Hause nehmen. 

Bronzemedaille im Weitsprung

Den Auftakt für die LGR am ersten Wettkampftag machte Elias Hildebrand im Weitsprung der MU18. Mit seiner bisherigen Bestleistung von 6,83 m reiste er als 11. der Meldeliste nach Wattenscheid, wenn auch Trainer Kevin Schorb und Athlet klar war, wenn’s passt geht da noch deutlich mehr. Direkt im ersten Versuch sprang Elias 6,97 Meter, neue PB und setzte sich damit an die Spitze des Feldes. Im Zweiten legte er hier noch einen drauf. Elias traf das Brett perfekt und zeigte auch technisch seinen bisher besten Sprung des Jahres, so war direkt klar, der war weit! Aufgrund technischen Schwierigkeiten bei der Weitenmessung hieß es dann mehrere Minuten zittern und bangen, welche und ob überhaupt eine Weite kommt. Dann aber die Erlösung: 7,13 m eine riesige Bestleistung und weiterhin klar die Führung im Wettbewerb. In Durchgang 4 und 5 konterte jedoch die Konkurrenz, so fiel Elias auf den Bronzerang zurück. Mit einem weiteren starken Sprung landete Elias auch im letzten Versuch nochmal bei 7,00 m. Am Ende bedeuteten seine 7,13 m aus dem zweiten Versuch eine Verbesserung seiner Bestleistung um 30 cm, die Erfüllung der Bundeskadernorm und die Bronzemedaille!

Zwei Tage später standen für Elias noch die 200 Meter an. Auch hier startete Elias mit dem Ziel einer weiteren Medaille, er brachte die drittschnellste Meldezeit des Jahres. Leider erwischte er hier keinen guten Tag. 22,31 Sekunden reichten leider nur für das B-Finale. Dieses gewann er souverän in 22,29 Sekunden. Zwar weiterhin nicht die Zeit und am Ende mit Platz 9 nicht die erwünschte Platzierung, aber dennoch auch hier ein solides Ergebnis.

Der Freitag der U20/U18 DM war der Staffeltag. In der WU18 starteten Maellys Alferis, Lilly Wieland, Olivia Duran und Karoline Schulze über die 4x100m. Nach tollem Beginn kam es leider zu einem Patzer am letzten Wechsel, so kam die Staffel zwar dennoch in soliden 48,96 Sek. und damit dem 19. Platz ins Ziel, verpasste aber leider die Chance auf eine mögliche Top-8 Platzierung. Die Staffel der weiblichen Jugend U20 bestehend aus Estefania Anato, Felizitas Ansorge, Jule Zwirner und Sarah Ponzelar zeigte einen guten Lauf und lief in 50,15 Sekunden im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Platz 23.

Gute Hinderniszeiten

Ein mutiges Rennen lief Yannis Wagner über 2.000 m Hindernis der männlichen Jugend U18. Den ersten Kilometer ging er in 3:03 Minuten durch. In der vorletzten Runde kämpfte Yannis dann um den Anschluss in einem pfeilschnellen Finale. Als jüngerer Jahrgang lief er knapp über seiner Bestzeit nach 6:16,44 Min. ins Ziel und belegte in der Endabrechnung beider Finalläufe Platz 18. Im ersten „langsameren“ Zeitendlauf der MJU18 zeigte sich auch Anton Meier von Beginn an mutig. Den ersten Kilometer absolvierte er in 3:10 Min. mittig im Feld liegend. Im entscheidenden Rennabschnitt konnte Anton diese Pace beibehalten und belohnte sich mit einer deutlichen neuen Bestzeit. In 6:19,57 Minuten blieb Anton zum ersten Mal unter der 6:20 Min. Marke, verbesserte sich um sieben Sekunden und kam auf Rang 21. 

 

Als dritte Hindernisläuferin ging Emma Rohrbach für die LGR an den Start. Sie setzte sich nach dem Startschuss direkt an die Spitze des Feldes und versuchte mit einem hohen Tempo auf 6:40 Minuten ihre Verfolgerinnen abzuhängen. Vier Konkurrentinnen konnten das Tempo jedoch mitgehen und wurden mit neuen Bestzeiten belohnt, was das extrem hohe Niveau über die 2000 m Hindernis in der WJU18 belegte. Auch Emma verbesserte sich um fünf Sekunden, musste ihre Mitläuferinnen in der letzten Runde aber ziehen lassen und kam als Fünfte in 6:46,91 Minuten ins Ziel. 

Mit starkem Endspurt als Erste im Ziel

Triathlet Max Birk lief an seinem Leichtathletischen Höhepunkt in diesem Jahr auf der Bahn nahe an seine Bestzeit heran und belegte Platz 25 in Deutschland. Mit 9:08,99 Minuten ging für den laufstarken Triathleten, der den Spagat zwischen Triathlonsaison und Laufsaison ausgezeichnet meistert, ein gutes Resultat in die Ergebnisliste ein. Einen Tag nach seinem Hindernislauf lief Yannis in 9:02,03 Min. auf Platz 20 ins Ziel. Die zweitbeste Zeit seiner jungen Karriere bestätigt seine gute Form. Erschöpft aber zufrieden wirkte Yannis im Ziel und nachdem er sich ab der Rennmitte alleine durchgekämpft hatte. Das beste Resultat über die 3000 m lieferte Stützpunktathlet Tim Müller ab. In einem bärenstarken Rennen hielt er sich zu Beginn im hinteren Feld auf und schloss nach und nach die Lücke nach vorne. Im Endspurt sicherte sich Tim Platz 4 in neuer Bestzeit von 8:40,93 Minuten. Der Glückwunsch geht auch an seine Trainerin nach Rülzheim, Tanja Griesbaum (ehemalige LGR-Athletin).

Auch Emma ging einen Tag nach ihrem Hindernisrennen erneut an den Start und legte eine sensationelle Performance auf die Bahn im Lohrheidestadion hin. In einem taktischen Rennen mit ruhigen Rundenzeiten bis zur 2 km Marke in 6:54 Min. verteidigte Emma stets ihre zweite Position auf der Innenbahn. So sparte die Läuferin aus Bad Säckingen Kraft für den anstehenden Endspurt. Emma attackierte 450 m vor dem Ziel die bis dahin führende Läuferin, die jegliche Attacke bis 200 m vor Schluss kontern konnte. Kopf an Kopf gehen die Beiden auf die letzten 200 Meter. Emma konnte sich den entscheidenden Schritt 150 m vor dem Ziel absetzen und auf die Innenbahn ziehen. In sehr schnellen 1:44 auf den letzten 600 m gewann Emma den Deutschen Meistertitel über 3000 m in 9:55,28 Minuten. Glückwunsch an ihren Trainer Vincent Merlo.

Pia Glauner kämpfte sich über die 7,5 Stadionrunden sichtlich erschöpft bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften ins Ziel. Platz 23 und eine Zeit von 10:56,65 min spiegeln nicht ihr normales Leistungsvermögen wider. Dennoch sammelte sie wertvolle Erfahrungen für die kommenden Jahre.

All-In im dritten Versuch

Das Ziel in Wattenscheid war für Hochspringer Marlon Gräfe klar: 2,11 m, U20-EM-Norm. Ganze 12  Versuche hatte Marlon bisher bereits bei dieser Höhe in der aktuellen Saison, doch jedes Mal fiel die Latte. Die U20-DM stellte das Ende des Qualifikationszeitraum für die U20-EM in Tampere dar, somit war klar, Norm sowie eine Top-3-Platzierung waren gefordert um noch für Finnland nominiert zu werden. Marlon überflog seine ersten drei Höhen alle im Ersten und positionierte sich damit ganz vorne im Feld. 2,07 m übersprang er allerdings erst im zweiten Versuch, während drei seiner Konkurrenten, alle bereits mit erfüllter EM-Norm, diese im Ersten meisterten. Es folgten 2 Fehlversuche bei 2,11 m und somit nur noch eine letzte Chance. Nach auch ungültigen dritten Versuchen der Konkurrenz stand Marlon, immer letzter in der Sprungreihenfolge, am Anlauf. Nochmal mehr aufgrund seines Fehlversuches bei 2,07 m galt alles oder nichts, entweder er springt 2,11 m fährt zur U20-EM und wird deutscher Meister oder er geht komplett leer nach Hause. Mit dem Publikum hinter sich zeigte Marlon eine guten Sprung mit insbesondere einer super Lattenüberquerung. Diese wackelte, blieb jedoch liegen, U20-EM-Norm! Hiervon beflügelt ließen Marlon zusammen mit Coaches Jenny Hartmann und Kevin 2,14 m, die NK1-Norm auflegen. Nach einem starken ersten Versuch entschieden sich Trainer und Athlet für einen zweiten, aber auf jeden Fall letzten Versuch bei der Höhe. Mit hohem Tempo im Anlauf und einem super Absprung katapultierte sich Marlon tatsächlich über 2,14 m und krönte sich auch mit Bundeskadernorm, der deutschen Jahresbestleistung sowie dem EM-Ticket zum deutschen Meistertitel! Next Stop: U20-EM in Tampere, Finnland am 8. August. 

Lilly trotz Pech mit der Bahn schnell unterwegs

Den Abschluss des Wettkampfwochenendes machte U18 Athletin Lilly Wieland über die 200 m. Auf Platz 10 gemeldet war klar, das A-Finale ist das Ziel. Mit einem tollen Vorlauf konnte sie dies direkt erfüllen! Platz 2 in ihrem VL, 24,75 Sek., neue PB und damit Verbesserung ihres Kreisrekordes trotz -1,1m/s Gegenwind, bedeuteten die fünft schnellste Vorlaufzeit und mit einem kleinen q den Einzug ins A-Finale! Auch wenn Lilly eine schnellere Vorlaufzeit lieferte als einige Vorlaufsiegerinnen erwischte sie aufgrund des q etwas ärgerlich nur Bahn 2 im Finale. Mit einem etwas schlechteren Start als im Vorlauf aber dennoch einem tollen Rennen sprintete Lilly zu 24,92 Sekunden und damit Platz 7 bei ihrem ersten DM-Einzelstart. Als jüngerer U18-Jahrgang präsentierte sich Lilly damit als Zweitschnellster 2009erin in Deutschland.

Olivia Kuran startete am Samstag über die 400 m Hürden und erzielte eine Zeit von 66,07 Sekunden. Ihre Trainingspartnerin Karoline Schulze lief 65,23 Sekunden und verpasste als Dritte ihres Laufs nur um fünf Hundertstel das B-Finale. Für Mehrkämpfer Jacques Labroue gingen 14,95 Sek. über 110 m Hürden und 4,15 m im Stabhochsprung in die Ergebnisliste ein.

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