Julian Howard und Christoph Kessler erfüllen EM-Norm beim Indoor Meeting

Offenbar gibt es auch in der Leichtathletik so etwas wie einen Heimvorteil. Jedenfalls gelang unseren beiden Top-Athleten Christoph Kessler und Julian Howard beim Karlsruher Indoor Meeting vor ausverkauftem Haus das Kunststück, im Gleichschritt die Grundlage für einen Start bei der Hallen-EM im serbischen Belgrad zu legen!

Schon relativ früh im Hauptprogramm hatte Christoph seinen Auftritt über 800 Meter. In dem aus internationalen Top-Mittelstrecklern bestehenden Feld nutzte der KIT-Student die Gunst der Stunde und unterbot unter dem Jubel seiner Vereinskollegen und des übrigen Publikums in neuer pers. Hallen-Bestzeit von 1:47,81sec die Norm für die im März anstehende Hallen-Europameisterschaft in Belgrad. Nach dem couragierten, von seinem Trainer Günne Scheefer kompetent kommentierten Rennen zeigte sich Christoph, der in den vergangenen beiden Jahren „so oft an Normen vorbeigelaufen“ war, sehr erleichtert, dass es diesmal geklappt hat. Die Entscheidung darüber, ob Christoph in Serbien die deutschen Farben wird tragen dürfen, sollte nun wohl nach den Deutschen Meisterschaften in Leipzig fallen. Die erste Etappe auf dem Weg zum internationalen Kräftemessen hat Christoph jedenfalls schon einmal mit Bravour gemeistert – klasse!

Ein echtes Überraschungspaket – wohl sogar für Trainer und Athlet selbst – war die Form von Julian Howard im Weitsprung. Zwar hatten die Trainingsparameter gestimmt und Julian konnte selbstbewusst auf den Sieg im letzten Jahr zurückblicken, nach einem fast dreiwöchigen Trainingsbesuch in Jamaika wusste man aber nicht so recht, wo der Karlsruher Weitenjäger nun eigentlich stehen würde. Schnell schuf Julian in der Messehalle 2 diesbezüglich Klarheit. In unnachahmlicher Manier zeigte der Student vor der Karlsruher Meeting-Kulisse von Beginn an, was er drauf hat. Mit seinen im ersten Sprung erzielten 7,97 Metern übertraf er gleich bei seiner Saisonpremiere die geforderte Hallen-EM-Norm und legte anschließend noch weitere „Flüge“ in den 7,80er-Bereich nach. Seine Weite bringt ihn momentan an die Spitze der dt. Rangliste und eröffnet auch ihm gute Chancen, nach der DM für die Hallen-EM nominiert zu werden. „Ich fühle mich gut, denke nun von Wettkampf zu Wettkampf und dann mal schauen, was dabei raus kommt“, gab Julian nach dem Wettkampf seine Ausgangslage gegenüber leichtathletik.de zu Protokoll.

In den Regionalläufen zu Beginn des Meetings hatten zudem einige LGR-(Nachwuchs)läufer/innen vor großer Kulisse Erfahrung sammeln dürfen. Über 400 Meter dominierte U20-Topläuferin Jana Reinert das Feld und sprintete in sehr starken 55,64sec (Hallen-PB) locker zur DM-Norm der Aktiven. Nachdem sie am letzten Wochenende über 800m brilliert und Platz eins in der dt. Jugendrangliste übernommen hatte, positioniert sie sich nun auch auf der Langsprintstrecke unter den Top 3 der nationalen Sprintergarde. Ebenfalls das Startrecht für die 400 Meter hatte die noch ein Jahr jüngere Franziska Heidt bekommen, die in 58,15sec ein gutes Rennen ablieferte.

In den 1.500 Meter-Regionalläufen konnten sich ebenfalls mehrere LGR-Top-Athleten empfehlen. Allen voran gewann Pascal Kleyer das Männer-Rennen über die siebeneinhalb Runden in neuer pers. Bestzeit von 3:53,72min und übernimmt damit nun auch auf dieser Distanz (zudem über 800m) die Führung in der nationalen Jugendrangliste! Mit neuer Hausmarke von 3:56,57min zeigte dahinter auch Holger Körner, dass in diesem Jahr besonders über 800m mit ihm zu rechnen ist. Christoph Wallner erreichte das Ziel in 4:04,07min.

Im Frauenlauf waren es einmal mehr unsere Schweizer Mädels, die dem Rennen ihren Stempel aufdrückten. Am Ende hatte Sybille Häring in 4:34,34min die Nase vorn, Antje Pfüller (4:35,82min) und Ingrid Eckhard (4:38,28min) folgten auf den Plätzen drei und vier. Amélie Svensson benötigte 4:45,15min und Michaela Walker 4:51,57min.

Allen Machern, Athleten, Beteiligten und sonstigen Helfern ein dickes Lob für den geschlossenen Auftritt der LGR beim Indoor Meeting!

Videos Christoph und Julian