Die Lange Laufnacht in ihrer dritten Auflage: Das Zelt trägt Hanna Klein zur EM Norm

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die LG Region Karlsruhe die Lange Laufnacht im Carl-Kaufmann-Stadion, um dort Mittel- und Langstrecklern aus ganz Deutschland und Europa beste Bedingungen für das Erreichen von Normen und persönlichen Bestzeiten zu bieten.

Das Karlsruher Team sorgte für einen reibungslosen Ablauf und eine einmalige Atmosphäre.
„Das stimmungsvollste und schönste Bahn-Event, das wir je erlebt haben“ oder „eine unvergessliche und einzigartige Veranstaltung“ waren nur einige der Komplimente, die die LG Region Karlsruhe am Tag nach der Langen Laufnacht erreichten.

Die Athleten dankten den Organisatoren ebenso mit tollen Zeiten: an diesem einen Abend konnten vier EM-Norm der Aktiven, vier U20 WM-Normen, drei U18 EM-Normen, 61x DM-Normen, 75x U23 DM-Normen, 60x U20 DM-Normen und 23x U18 DM-Normen erlaufen werden.

Zu welch gutem Ruf das Meeting es innerhalb von nur zwei Jahren gebracht hat, war an den Meldezahlen bald zu erkennen und nur durch eine Vorverlegung der Startzeit auf 15 Uhr konnten die über 600 Starter in 37 Läufen untergebracht werden. Dass Nachmeldungen nicht möglich sein würden, war bereits weit vor Meldeschluss erkennbar.
Nicht nur national, auch im Rest der europäischen Leichtathletikszene hat die Lange Laufnacht es bereits zu einem tollen Standing gebracht und macht dem bekannteren Meeting in Oordegem bereits jetzt große Konkurrenz.

Ein absolutes Highlight war in diesem Jahr das Zelt, welches über die Bahn gespannt war und von den Athleten auf jeder Runde durchquert wurde. Mit Musik und Freigetränken war die Gegengerade so ein echter Stimmungspunkt, der vor allem am späten Abend bei Beleuchtung und mit vielen jubelnden Fans an der Strecke für ordentlich zusätzliche Motivation bei den Athleten sorgte. Auch die Athletenpräsentation in Limousinen und Pick-up Trucks der Sponsoren von „Ford Wolf“ und dem „Badisch‘ Brauhaus“ war für die Topläuferinnen und -läufer einmalig.

Christoph Kessler mit neuem Kreisrekord über 1.500 m

Das wohl am stärksten besetzte Rennen des Abends war der 1.500 m Lauf der Männer, den Isaac Kimeli aus Belgien mit eindrucksvollen 3:37,05 min für sich entscheiden konnte, gefolgt von seinem Landsmann Robin Hendrix in 3:39,32 min, womit beide die EM-Norm für Berlin abhaken konnten. Marcel Fehr von der SG Schorndorf belegte in 3:41,11 min Rang 3. In seinem Windschatten zeigte der Karlsruher 800 m Spezialist Christoph Kessler ein starkes Rennen und verbesserte den 37 Jahre alten Kreisrekord auf 3:41,70 min, selbstverständlich die DM-Norm der Aktiven.

Auch im A-Lauf der Frauen über diese Distanz purzelten reihenweise Normzeiten für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg und gleich acht Athletinnen blieben unter der geforderten Zeit von 4:32,50 min.
Diesen gewann Lena Klaassen (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 4:23,60 min, während hinter ihr vor allem zwei Mädchen aus der U18 glänzen konnten. Während Antje Pfüller von der LG Region Karlsruhe in 4:31,38 nur knapp die Norm für die U18-WM verpasste, gelang dies Lea Kruse vom FC Schalke 04 in 4:25,59 in eindrucksvoller Weise.
Neben Christoph Kessler präsentierten sich auch viele weitere Karlsruher Athletinnen und Athleten stark über diese Distanz mit gelungenen Rennen von Ingrid Eckhard (U18) in 4:40,33 min, Sarah Hettich (4:38,03 min), Katja Bäuerle (5:04,22 min), Michaela Stützel (5:04,76 min) und Leo Camara (U18, 4:50,05 min).

Premiere über die 3.000 m Hindernis

Neu im Programm wurde die 3.000 m Hindernis-Distanz aufgenommen. 
Bei den Frauen konnte sich Lisa Tertsch vom ASC Darmstadt in 10:13,32 min den Sieg sichern. Hinter ihr lief Josina Papenfuß in 10:17,01 min ein, was für die Athletin der TSG Westerstede U20-WM Norm bedeutet. Die Schweizer LGR Athletin Sibylle Häring (10:38,98min) präsentierte sich stark und erlief sich somit auch die U20 WM-Norm für ihr Heimatland. Auch Johanna Flacke (10:42,51 min) zeigte einen starken Lauf und konnte die DM Norm sowohl der Juniorinnenklasse als auch die bei den Aktiven unterbieten.

Den Hindernislauf der Männer entschied in einer Zeit von 8:57,76 min Niklas Buchholz vom LSC Höchstadt/Aisch für sich und sicherte sich so die DM Norm für Nürnberg, ebenso wie Tim Edzards der das Ziel nach 9:05,81 min erreichte. Dritter dieses Laufs, in dem LGR-Athlet Christoph Wallner für das Tempo sorgte, wurde der Schweizer Christoph Graf (9:08,72min).

Großer Andrang auf den 800m Läufen

Aufgrund der hohen Meldezahlen konnten insgesamt 16 Läufe über die zwei Stadionrunden gefüllt werden.
Der A-Lauf der Männer wurde von internationalen Athleten dominiert: Baptiste Mischler aus Frankreich sicherte sich den Sieg in 1:48,02 min vor Christos Dimitriou (CYP, 1:48,52 min) und Pascal Furtwaengler (1:49,68 min) aus der Schweiz.
Lokalmatador Pascal Kleyer hakte bei seinem Saisonstart in 1:51,33 min die DM-Norm für die Junioren und die Aktiven ab und kann nach langer Verletzungsmisere auf eine starke Saison hoffen.
Lorenz Herrmann zeigte in seinem Lauf über die 800 m ebenfalls eine starke Leistung und lief Persönliche Bestzeit in 1:52,63 min, was gleichzeitig DM Norm für die U20 und U23 bedeutet.
Neue Bestzeiten über diese Distanz stellte auch Alexander Kessler in 1:55,53 min auf (U20 DM Norm), genauso wie Florian Zittel in 2:10,92 min.

Den Toplauf der Frauen über 800m entschied Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) in 2:05,11 min für sich gefolgt von Sina Sprecher (SUI) in 2:09,01 min.
LGR Topathletin Jana Reinert sicherte sich Platz 3 bei ihrem Saisoneinstieg in 2:09,41 min, womit auch sie sich ihr Ticket für Nürnberg schon gelöst hat.
Mit Adeline Haisch verbesserte eine weitere LGR-Athletin ihre Persönliche Bestzeit auf 2:15,56 min und sicherte sich so die DM Norm für die U20 und U23. Neben Carolin Kleyer (PB in 2:17,76) konnten zwei junge LGR-Talente des Jahrgangs 2004 mit starken Zeiten auf sich aufmerksam machen (Michelle Bossart 2:17,50 min und Judith Erni in 2:19,55 min).

Stimmungsvolles Highlight die 5000m

Gekrönt wurde der Abend durch die abschließenden Läufe über 5000 Meter. Bei den Frauen gab es aus deutscher Sicht gleich zwei EM-Normerfüllerinnen zu bejubeln, die das von Fabienne Amrhein gemachte Tempo in tolle Zeiten ummünzen konnten. Hanna Klein (SG Schorndorf 1846) musste ab der vierten Runde alleine von vorne weg laufen, umso beachtlicher ist ihre Zeit von 15:30,01 min mit der sie sich für die EM empfiehlt. Gleiches gelang Denise Krebs vom TSV Bayer 04 Leverkusen bei ihrem ersten 5000 m Rennen mit einem starken Schlussabschnitt (15:30,85 min), in welchem sie fast auf Hanna auflief.
Lisa Oed, die U20-Hindernis-Europameisterin nutzte das stark besetzte Rennen und konnte so die Normzeit für die U20-WM in Tampere, Finnland knacken.
Von der LGR lief Sophia Kaiser in 17:36,04 min zur DM der U23 und zu persönlicher Bestzeit. Knapp hinter ihr erreichte Melina Wolf in 17:40,78 min das Ziel.

Die große Männerkonkurrenz entschied der Schwede Emil Blomberg in 14:02,78 min für sich. Freuen durfte sich hier Jan-Lukas Becker von der LG Region Karlsruhe, der in 14:24,35 min sein Ticket für die Deutschen Meisterschaften in Nürnberg lösen konnte.

Weitsprungwettbewerb von Wind beeinflusst

Wegen des ständigen Gegenwinds wurde kurzfristig entschieden den integrierten Weitsprungwettbewerb zur zweiten Weitsprunganlage des Carl-Kaufmann Stadions zu verlagern. Die dortige, kürzere Anlaufbahn zwang die Athleten ihren Anlauf umzustellen, was die Weiten sicherlich beeinflusste.
Besonders Lokalmatador Julian Howard hatte mit dem kürzeren Anlauf zu kämpfen, war aber mit seiner Weite von 7,71m dennoch recht zufrieden.
Auch Florian Oswald hatte Probleme mit der Umstellung auf die andere Sprunganlage.
Maximilian Enzholzner vom FC Passau entschied den Wettbewerb mit einem gelungenen Sprung auf 7,92m für sich.
Nach langer Verletzungspause meldete sich Fabian Heinle vom VfB Stuttgart mit der tollen Weite von 7,73m stark zurück und belegte Platz 2.

Auch in diesem Jahr können wir auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken, die ohne die vielen Helfer und den zeitintensiven Einsatz der Organisatoren, unter Federführung von Günther Scheefer, nicht möglich gewesen wäre.
Auch die Anstrengungen der Pacemacher, die für die Veranstaltung auf einen Wettkampf für sich verzichteten und teilweise in bis zu drei Läufen das Tempo vorgaben, sind an dieser Stelle hervorzuheben. Wir bedanken uns daher bei allen Mitwirkenden und freuen uns bereits jetzt auf das nächste Jahr.